„Dunkelsprung“ von Leonie Swann

Dez 20, 2016 | 3 von 5, Bücher, Rezensionen | 0 Kommentare

Von einem Buch mit dem Titel „Dunkelsprung“ und einem Zirkus auf dem Cover erwartet man irgendwie etwas mysteriöses, etwas fantastisches, etwas märchenhaftes. Doch genau da haben wir das Problem.

„Dunkelsprung“ will kein Märchen sein, obwohl es eigentlich eins ist. Eine Identitätskrise auf 384 Seiten.

Dunkelsprung von Leonie Swann

„Dunkelsprung“ von Leonie Swann

Dunkelsprung von Leonie Swann

„Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchskünstler, wünscht sich sehnlichst ein ruhiges, unbescholtenes Dasein. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, ist es mit der Ruhe endgültig vorbei. Stattdessen steht er plötzlich vor rätselhaften Fragen: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen?

Julius wagt den Sprung ins Unbekannte und macht sich auf die Suche nach Antworten. Ein fantastisches Abenteuer beginnt …“

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Meine Meinung

Die Handlung von Dunkelsprung ist schwer zu erklären, denn es fehlt in der Geschichte ein Strang, an dem sich der Leser entlang hangeln kann. Stattdessen springt die Autorin von A nach B, oft ohne den Weg dorthin näher zu erklären oder zu beschreiben. Manchmal tauchen Figuren einfach so an Orten auf und wissen selbst nicht wie sie dort hingekommen sind. Fast wie im Märchen eben.

Niemand ist einfach nur, was er ist, und niemand ist vollkommen das, was andere in ihm sehen. Wir sind alle etwas dazwischen.
Dunkelsprung - Floh Zirkus

So verliert man als Leser, fast genau wie die Figuren, langsam den Verstand. (Das Ende habe ich auch nach zweimaligem Lesen nicht ganz verstanden.)

Erschwerend kommt noch hinzu, dass ich die beiden männlichen Protagonisten und den Antagonisten nicht wirklich auseinander halten konnte.

Dafür wurden alle Figuren einfach zu oberflächlich beschrieben, alle schienen die gleiche Stimme zu haben, die gleichen verwirrenden Persönlichkeiten. Dabei hätten alle so viel Potential gehabt, etwas Besonderes zu sein, hätte die Autorin nur noch etwas mehr an den harten Schalen der Figuren gekratzt.

Stattdessen hat die Autorin Leonie Swann stur an einer Sache festgehalten: „Dunkelsprung“ ist kein Märchen, es darf keins sein. Schade, denn es hätte ein wunderbares Märchen sein können, sein wollen.

Denn (erklärt mich für verrückt, aber) manchmal hatte ich das Gefühl, die Protagonisten hätten jetzt gerne etwas „märchenhaftes“ getan, aber sie durften von der Autorin nicht und folgen stattdessen schmollend dem, was die Autorin schreibt.

„Im Märchen wurde einem von allen Seiten geholfen. Feen und weiße Zauberer und hilfreiche Wesen tauchten aus der Versenkung auf und lösten alle Probleme. Im wahren Leben hingegen halfen einem höchstens Verkäufer und Herrenausstatter, und die wollten für ihre Dienste entlohnt werden. Man musste die Dinge selbst in die Hand nehmen, Wunderwesen oder nicht!“
Dunkelsprung - Meerjungfrau

Ihr merkt vielleicht, wieso ich dem Buch trotzdem drei Sterne gebe. Die Figuren haben zwischen den Zeilen ihre ganz eigene Geschichte, ihren ganz eigenen Eindruck bei mir hinterlassen.

Für „Dunkelsprung“ gibt es von mir zwar keine Leseempfehlung, dafür ist es zu gezwungen, zu verkrampft, zu „kein Märchen“. Aber es wird mir trotzdem lange im Gedächtnis bleiben, als ein Märchen, das keins sein durfte.

Vielen Dank an den Verlag für dieses Rezensionsexemplar. Meine Meinung wird dadurch nicht beeinflusst. #Unbestechlich #WennDannNurMitSchokolade 

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Meine Bewertung: 3/5

Bilder unter Creative Commons Lizenz von Flickr: Nathan KingBarbara Hobbs | Klaus Stiefel

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