„Salt to the Sea“ by Ruta Sepetys (deutsch/englisch)

Mrz 8, 2016 | 5 von 5, Bücher, Highlights, Rezensionen | 0 Kommentare

How foolish to believe we are more powerful than the sea or the sky.

You might have seen this book around lately, quite a lot, on BookTube and Blogs. But what you might not have seen, is THIS video interviewing the author, Ruta Sepetys, about the book and the history behind it. I did not want to pick up „Salt to the Sea“ before I’ve seen the video. I thought it was an over hyped kind of book, a hype I did not want to be part of, especially because historical fiction is usually not my genre.

But to hear Ruta Sepetys talk about a tragedy that took 9.343 lives, that took place so close to Germany and is part of our history as well as everyone else’s… yet I had never heard of it before. I needed to know more. I had to read „Salt to the Sea“ and I think you should too. Because:

These souls were desperate for someone, anyone, to know their story. […] We know the villains names. We teach the villains names. But we don’t know the victims names. 9.343 people perished on the Wilhelm Gustloff. Each one had a story.

Ruta Sepetys

Salt To The Sea - Ruta Sepetys

„World War II is drawing to a close in East Prussia and thousands of refugees are on a desperate trek toward freedom, many with something to hide. Among them are Joana, Emilia, and Florian, whose paths converge en route to the ship that promises salvation, the Wilhelm Gustloff. Forced by circumstance to unite, the three find their strength, courage, and trust in each other tested with each step closer to safety.

Just when it seems freedom is within their grasp, tragedy strikes. Not country, nor culture, nor status matter as all ten thousand people—adults and children alike—aboard must fight for the same thing: survival.“

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Ich weiß was ihr denkt. Ein Buch in dem es um Flüchtlinge geht, braucht man das gerade jetzt auch noch? Ja, braucht man! Ich traue mich aber fast gar nicht, darüber zu schreiben. Traue mich fast gar nicht zu schreiben, dass manchen Menschen, die man z.B. in den Nachrichten sieht, ein Buch wie „Salt to the Sea“ mal gut tun würde. Um zu sehen wie dumm ihre Denkweise ist. Dass Flüchtlinge auch „nur“ Menschen sind. Söhne, Krankenschwestern, Müttern,… Menschen mit Geschichten.

Birds squawked overhead, issuing a warning. I knew the legends of the birds. Seagulls were the souls of dead soldiers. Owls were the souls of women. Doves were the recently departed souls of unmarried girls. Was there a bird for the souls of people like me?

Ruta Sepetys wollte die Geschichte der Menschen erzählen, die bei dem Schiffsunglück der Wilhelm Gustloff ums Leben kamen. Oder nein, Unglück ist das falsche Wort. Schließlich wurde die Wilhelm Gustloff von drei Torpedos eines russischen U-Boots versenkt. „Einfach so“, fast 10.000 Seelen, verloren auf See. Denkt mal darüber nach, ob ihr schon mal von dem Schiff „Wilhelm Gustloff“ gehört habt? Was etwa zur gleichen Zeit in Berlin passiert, weiß bestimmt jeder. Dass die meisten von uns (ich nehme mich da nicht aus) von 10.000 Unschuldigen, die am Ende des zweiten Weltkriegs ums Leben kamen, noch nie etwas gehört hat, ist traurig und schockierend zugleich. Jeder sagt immer, es ist wichtig dass wir in der Schule etwas über die Kriege lernen, aber wieso lernen wir nur etwas über die Monster, nicht aber über die Opfer?

So it had happened. Evacuation orders had been issued. Germany was finally telling people what they should have said months ago. Run for your lives.

Vielleicht sind historische Romane also doch was für mich. „Salt to the Sea“ war auf jeden Fall der richtige Einstiegspunkt in das Genre. Wir begleiten vier Personen auf ihrem Weg zur „Wilhelm Gustloff“, drei davon Flüchtlinge, die unterschiedlicher nicht sein können, aber mit vielen anderen zusammen arbeiten um sicher und lebendig zum Schiff zu gelangen. Was sich unheimlich mutig und rührend anhört (und auch liest) macht einem aber auch das ganze Buch lang Bauchschmerzen. Denn man schließt die Menschen ins Herz, obwohl man genau weiß dass sie in ihr verderben rennen. Habt ihr schon mal Titanic geguckt, und für Kate und Leo gehofft, dass die Titanic es doch irgendwie noch an dem Eisberg vorbei schafft? Das ist das „Grundrauschen“ von „Salt to the Sea“, nur etwa 10.000-mal schlimmer.

„Everyone knew the story of the big ships, Titanic and Lusitania. I looked toward the thousands of corpses floating in the water. This was so much larger. More than ten thousand people had been on board the Gustloff. The gruesome details of the sinking would be reported in every world newspaper. The tragedy would be studied for years, become legendary.“

Darüber hinaus stecken starke Figuren in dem Buch, Menschen, Seelen, mit denen man leidet, jubelt und weint. Die Handlung von „Salt to the Sea“ berührt, die Geschichte und die 10.000 Seelen wird man so schnell nicht vergessen. Wer jetzt gerne noch etwas über Schreibstil etc… wissen möchte, der ist (es tut mir leid) verrückt. Darüber möchte ich bei einem solchen Buch nicht reden.

Denn die Geschichte ist wichtig, vielleicht heute noch wichtiger, als sie noch vor 1-2 Jahren gewesen wäre. Jeder sollte sie lesen, jeder sollte mit dem Begriff „Wilhelm Gustloff“ etwas anfangen können, und jeder sollte mal durch die Augen der Flüchtlinge sehen, wenigstens auf diesen 400 Seiten.

  p.s.: for an awesome English review, check out what Maggie Stiefvater had to say HERE

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Meine Bewertung: 5/5

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