„Die Verlassenen“ (The Leftovers) von Tom Perrotta

Mai 24, 2015 | 3 von 5, Bücher, Rezensionen | 0 Kommentare

Diese Leute waren kein Stück besser als ich. [] Viele waren sogar schlechter. Wie kann es sein, dass die jetzt bei Gott sind und ich immer noch hier bin?

W as wäre, wenn einige von uns – einfach so, ohne Erklärung – verschwinden würden? Würden wir Zurückgebliebenen an das Jüngste Gericht, an die Entrückung glauben? Würden wir den Verstand verlieren? Oder würden wir einfach so weitermachen, als wäre nichts geschehen?

Diese Fragen müssen sich die ratlosen Einwohner des beschaulichen Vororts Mapleton stellen. Kevin Garvey will wieder Ordnung in sein Leben bringen, obwohl das Phänomen, das inzwischen als »Plötzlicher Fortgang« bezeichnet wird, seine Familie zerstört hat: Seine Frau Laurie hat sich einem Kult angeschlossen, der sich »Der Schuldige Rest« nennt, sein Sohn hat das College abgebrochen, um einem zwielichtigen »Propheten« namens Holy Wayne und seiner Bewegung der »Heilenden Umarmung« nachzufolgen. Nur Kevins Tochter ist bei ihm geblieben, doch der Teenager kapselt sich seit jenem 14. Oktober zunehmend ab und verliert den Bezug zur Realität.

„Die Verlassenen“ zu bewerten, ist etwas schwierig für mich. Vielleicht bin ich einfach nicht religiös genug, um das was geschieht als spannend zu empfinden. Aber eigentlich, passiert in dem Buch auch nicht viel.

Ich wollte es vor allem lesen, weil ich dachte es steckt mehr dahinter. Hinter dem verschwinden von 10% der Weltbevölkerung. Hinter dem, was die Hinterbliebenen/der Rest daraus macht. Hinter dem was Tom Perrotta aus der Premisse des Buches macht. Leider fand ich es, alles in allem, zu wenig.

Die ganze Handlung spielt 3 Jahre nach der Entrückung. Drei Jahre ist eine lange Zeit, lange genug um aus einem Phänomen die Spannung herauszunehmen. Alles was spannend sein könnte, wird von den Hinterbliebenen lediglich als Erinnerung erzählt, und Erinnerungen sind eben nicht so stark wie das was geschieht. Echte Rückblenden hätten hier vielleicht schon geholfen.

Dabei ist die Handlung so viel versprechend. 10% aller Menschen verschwinden von jetzt auf gleich. Mittem im Gespräch, mitten im Abendessen, beim Auto fahren, einfach so. Und dann? Das erfahren wir alles in Rückblenden. Wie die Sekten enstanden sind, wie Menschen damit umgegangen sind. Mich hätte es mehr interessiert das zu sehen, als nur davon zu hören. Die Figuren sind interessant genug, die Story auch, aber die Art wie es umgesetzt wurde, hat mich einfach nicht vom Hocker gehauen. Echt schade!

„Vielleicht ist es sowieso egal. Vielleicht ist in fünf Jahren ohnehin keiner von uns mehr da.“

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Die Fernsehserie „The Leftovers – Die Verlassenen“ (im Moment zu sehen z.B. auf Sky Atlantic/SkyGo) macht es um einiges besser. Ich habe bis jetzt nur die erste Folge gesehen, aber schon von der bin ich begeistert. Der Serienmacher Damon Lindelof hat natürlich von „Lost“ schon Erfahrung damit, wie man Vergangenes richtig in Szene setzt, und kann damit auch in „The Leftovers“ überzeugen. Die starke Besetzung (u.a. Justin Theroux, Amy Brenneman, Christopher Eccleston, Liv Tyler…) sind da nur noch eine „cherry-on-top“.
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Schade, dass das Buch nicht so überzeugen kann wie die Serie. Die Serie werde ich auf jeden Fall weiterverfolgen. Das Buch würde ich euch trotz der eher mäßigen Umsetzung empfehlen.

Mich hat es fasziniert, wie unterschiedliche Menschen mit einer solchen „Katastrophe“ umgehen. Mit der Situation, dass geliebte Menschen einfach „weg“ sind. Nicht aus freien Stücken weggelaufen, nicht verstorben, sondern einfach weg.

Im Buch bekommt man da ziemlich genau mit, was in den Köpfen der Leute vorgeht. Warum tritt jemand der Sekte bei, warum sucht man sich einen neuen Namen mit neuer Identität, und warum bleibt man zu Hause und versucht einfach so weiterzuleben, als wäre nichts passiert? All das bekommt man im Buch wahrscheinlich direkt aus den Köpfen der Figuren noch besser mit, als in der Serie.

Darum: unbedingt lesen, und über die Schwächen hinwegsehen.

TV-Trailer:

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Meine Bewertung: 3/5

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