Expedition Sauerland | Ein Regentag in Willingen

Nov 16, 2017 | Ausflugstipps, Expeditionen, Unterwegs | 0 Kommentare

Willingen, ein Ortsname den ich eigentlich nur aus dem Skispringen und da auch nur aus dem Fernsehen kenne. Ganz automatisch ging ich immer davon aus, dass das irgendwo in den Bergen liegen muss, ganz im Süden Deutschlands oder irgendwo in der Nähe von Polen. Sehr weit gefehlt.

Auch wenn man in Willingen das Gefühl hat, sich in einem Wintersport Ort in Bayern verlaufen zu haben, so merkt man spätestens an den Fachwerkhäusern das man ganz woanders ist. Willingen ist eine idyllische Kleinstadt; ich würde sagen mitten im Herzen Deutschlands – auch wenn das nicht ganz stimmt. Es ist ein herzlicher Ort, in dem wir uns sehr wohl gefühlt haben. Nicht nur für Wintersportler geeignet, nein – auch im Sommer kann man hier viel entdecken und erleben – und ja, auch an einem Regentag ist Willingen definitiv einen Besuch wert.

Dabei muss ich natürlich zugeben, dass der Regentag den wir in Willingen verbracht haben, kein grauer trüber Regentag war. Weiße Wolken, blauer Himmel, immer mal wieder die Sonne und sogar ein Regenbogen trugen dazu bei, dass der Regen eigentlich ganz erträglich war. Wir waren nur so übermütig und hatten in Anbetracht des blauen Himmels unsere Regenjacken im Auto gelassen. Das Auto parkten wir mitten in Willingen in der Stadt. 

Als es dann auf dem Ettelsberg in 838 Meter Höhe zu Regnen anfing, war das natürlich suboptimal. Die Pläne, oben auf dem Berg noch Wandern zu gehen, warfen wir deswegen schnell über den Haufen. Wir waren beim Herumspazieren schon in kürzester Zeit von oben bis unten nass geworden. Wir werden das aber bestimmt irgendwann mal noch nachholen, denn oben auf dem Berg war es echt schön.

Ettelsberg

In 8er Panoramakabinen geht es mit der Ettelsberg Seilbahn für 9€ hinauf auf den 838m hohen Ettelsberg.

  • Oben angekommen kann man die Aussicht vom Hochheideturm genießen (Foto rechts).
  • Direkt daneben findet ihr einen Speichersee, in dem Wasser für die Schneeproduktion im Winter gespeichert wird.
  • Viele Wanderwege starten und enden oben auf dem Ettelsberg, führen durch die Hochheide und an Heidschnucken vorbei, so wie man es fast nur aus der Lüneburger Heide kennt.
  • Ein besonderes Erlebnis ist der Kyrillpfad – nach dem Jahrhundertsturm Kyrill im Jahr 2007 wurde die Natur hier oben einfach Natur sein gelassen. Auf dem Pfad kann man erleben, was so ein Sturm mit der Natur macht.
  • Für Kinder gibt es einen großen Spielplatz. Am Hochheideturm befindet sich außen eine Kletterwand, für besonders mutige.

Wir haben den Hochheideturm übrigens zu Fuß erklommen241 Stufen hinauf und 241 Stufen wieder hinunter. Der alte Aufzug wirkte einfach zu gruselig und gab seltsame Geräusche von sich. 😉 Für den Ausblick auf die Heide und den Weitblick auf das Sauerland hat das sich aber auf jeden Fall gelohnt. Und soo anstrengend wars auch gar nicht. 😉

Ich finde ja Hochheide und Heidekraut und Heidschnucken unfassbar beeindruckend, schon seit ich als Kind mal mit der Familie in der Lüneburger Heide war. Die Willinger Heide war fast genauso beeindruckend. Schade, dass es zu regnen anfing und durch starken Wind auch richtig kalt wurde oben auf dem Ettelsberg – ich wäre gerne noch ein bisschen länger dort oben geblieben. Nächstes mal bestimmt!

Etwas Gutes hatte der Regen aber auch: er hat uns in die trockene Seilbar getrieben, ein Café/Restaurant neben der Talstation der Ettelsberg Seilbahn. Der Cappuccino war lecker und hat gewärmt, aber mein persönlicher Geheimtipp an euch: die fluffigste Waffel der Welt mit heißen Kirschen und einer Kugel Eis, soo so gut!

Weltcupschanze: Die Mühlenkopfschanze in Willingen

Was machen Skisprung Fans in Willingen? Natürlich die Weltcupschanze besuchen! Oder eher: die Weltcupschanze suchen. Die war nämlich gar nicht so einfach zu finden. In anderen Orten ragen die Schanzen groß über den Häuserdächern heraus, man sieht sie schon von weitem. In Willingen versteckt sich die Schanze zwischen den „Bergen“ und vor allem hinter dem Ettelsberg. Ein Hoch auf Navigationsgeräte! 🙂

Natürlich fing es auch hier wieder an zu regnen, so dass wir uns auch hier nicht lange aufhalten konnte und die Schanze nur von unten im Auslauf bestaunten. Aber es ist immer wieder unfassbar, welche Distanzen es beim Skispringen zu überwinden gilt – in Weite und Höhe. Im Fernsehen sieht das immer alles sehr klein und einfach aus – erst wenn man es mal mit eigenen Augen gesehen hat, versteht man was diese Jungs, diese Adler – im wahrsten Sinne des Wortes, so leisten. Jeder wünscht sich, mal fliegen zu können – Skispringer tun es „einfach„.

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